Irgendwann kommt man auf den Trichter, dass man selbst auch nur ein Diener der Dunkelheit ist, solange man sich von diesem Dunkel in der Welt noch aus der Fassung, aus seiner eigenen positiven Stärke oder gar aus dem eigenen positiven Handeln bringen lässt.
Zuerst muss man die Dunkelheit in sich selbst überwinden - dann erst kann man effektiv für das Gute kämpfen. Bedeutet: Solange man sich vom Mist in der Welt noch deprimieren lässt, ist man doch selbst noch schwach, und liegt selbst noch in den Ketten dieses Mists.
Deswegen kann man nur schmunzeln wenn jemand z.B. meint "Menschen sind nichts als Viren" - weil erst diese zynische und verbitterte Einstellung den Urheber eines solchen Satzes selbst zu einem solchen Virus macht, kein bisschen wertvoller für die positive Entwicklung dieser Gesellschaft und dieses Planeten als das, was er verurteilt, solange er in seiner Verbitterung verbleibt.
Sich hängen lassen bedeutet vorübergehende Schwäche. Wahre Stärke aber ist es doch viel mehr, das Licht dorthin zu bringen wohin man geht, ob das bedeutet, dass sich die Stimmung anderer erhellt, dass man selbst etwas positives und vernünftiges tut, dass man Lachen statt Trübsinn bringt oder Aufklärung statt Verurteilung, dort wo man es gerade kann.
Wie aber kann man das tun, wie kann man so positiv handeln, wenn man sich selbst noch zu Boden ziehen lässt vom Schlechten?
Dunkelheit, Verbrechen und Abscheulichkeiten; verdau sie und überwinde sie in Dir, dann haben sie einen unfreiwilligen Anhänger weniger. Dann bist Du wieder ein Stück freier und stärker zum positiven Handeln.
Wenn ein Krieger für das Gute kämpfen will, dann darf er sich nicht beeindrucken lassen vom Grauen, das der Gegner rings um ihn herum bewirkt, sondern muss sich als stärker erweisen und unbeeindruckt seine eigene Moral oben halten.
Was man tut, sollte man aus Liebe und überzeugung und Begeisterung machen, aber niemals aus Furcht. An Stelle von Furcht vor dem Unrecht sollte die Liebe zum Recht und zum Guten treten - und man sollte etwas nicht tun, weil andere sagen, so hätte man braver Weise zu handeln, sondern weil man mit seinem gesunden Menschenverstand, seiner Vernunft und auch mit dem Herzen den Sinn und die Effizienz eines solchen moralischen Handelns erkennt. Vorher hat es keinen Sinn, man läge nur wieder in anderen Zwängen und Fesseln. Ein gefangener Mensch kann niemals einen anderen befreien.
Furcht ist eine "Erfindung der Dunkelheit" und dient eher zur Kontrolle - der moralische Mensch von heute sollte ausschließlich aus geistiger Mündigkeit, Eigenverantwortlichkeit und tiefster eigener überzeugung heraus handeln.
Und er sollte gerade ein immer freierer Mensch werden, immer unabhängiger und immer selbstbewusster werden. Denn je mehr er seine eigene Persönlichkeit befreit, in je weniger Ketten er selber verhaftet ist, desto mehr Kraft und Stärke und Möglichkeiten hat er, Gutes zu bewirken, desto mehr kann er leuchten. Wie passt dann Furcht dazu.
Das Gegenteil von Verbitterung ist Mut und Kampfeswille. Ein Ausdruck innerer Gesundheit. Jedes gesunde Wesen verfügt über Mut, Lebens- und damit auch Kampfeswillen. Nur ein seelisch gesunder Mensch verfügt über diese Motivation, den Drang und sogar die Freude daran, Lebensprobleme überhaupt zu bewältigen. Verbitterung und Resignation sind Krankheiten der Seele, sofern sie nicht nur ein vorübergehender Ausdruck innerer Erschöpfung sind.
[Mit der freundlichen Genehmigung des Autors http://memoirn.blog.de]
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