Facebook startet deutschen Hier-bin-ich-Dienst
Nun können Facebook-Nutzer in Deutschland per GPS-Handy ihren Standort mitteilen - und den ihrer Freunde. Die Verortungsfunktion bieten viele Dienste - aber Facebook könnte den Dienst massentauglich machen. Schließlich hat das Netzwerk in Deutschland 9,3 Millionen volljähriger Mitglieder.
Mit der neuen Funktion „Places“ können Facebook-User, die sich mit einem Smartphone – also einem internetfähigen Handy – auf der Plattform einloggen, angeben, wo sie sich gerade aufhalten. Facebook verwertet die GPS-Daten und der Nutzer kann beispielsweise in Cafés, Fitness-Studios oder Schulen im Umfeld des GPS-Signals „einchecken“. So soll sichergestellt sein, dass sich keiner in Berlin einbuchen kann, wenn das Signal aus München kommt.
„Hast du etwa irgendetwas zu verbergen?"
Jeder Nutzer wird bei der Einwahl mit dem Smartphone gefragt, ob er seine GPS-Daten freigeben wolle. Wer auf „einverstanden“ klickt, sendet seine Daten. Voreingestellt können das dann alle Facebook-Freunde des Nutzers sehen. So entsteht im System eine Karte, wer sich wo befindet. Einige deutsche Nutzer haben sich gleich nach Start an die neue Funktion gewöhnt. Ganz nach dem Motto: „Wo warst du eigentlich den ganzen Tag? Hast du etwa irgendetwas zu verbergen?“
Das Ziel des neuen Dienstes ist, soziale Kontakte noch enger zu verknüpfen. Mark Zuckerberg strebt ein Netzwerk an, das Menschen in allen Lebensbereichen und Situationen miteinander verbindet. Checken Nutzer bei Facebook ein, sehen sie, welche ihrer Freunde sich in der Nähe befinden. So soll es leichter sein, sich auch spontan zu verabreden. Das kann aber auch von Nachteil sein, denn es birgt ein gewisses Konfliktpotenzial: Womöglich möchte jemand seinen Freund, der eigentlich gar keiner ist, der sich aber zufällig gerade nebenan aufhält, gar nicht sehen.
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Die Polizei kündigte bereits an, diesen Dienst zur Verbrechensbekämpfung einsetzen zu wollen.
Kommentar:
Aber natürlich, wieso sollte man auch dieser gesellschaftlichen Massenentwicklung etwas schlechtes nachsagen. Denn es wurde ja über viele Jahrzehnte die Grundeinstellung in uns geprägt: "Wenn man nichts zu verberegen hat, dann soll doch jeder gucken"
Das genau diese Werte mit Ihrer daraus entstehenden Bereitschaft: Alles über einen selbst preiszugeben, zu einer totalen stillen Überwachung führen kann, wird von der Masse der Nutzer ad absurdum geführt. Datenschützer und Gesellschaftskritiker geltend als paranoid. Die meisten sehen immer das Gute in den Menschen und glauben fest daran.
Die Debatte über die Vorratsdatenspeicherung ist komplett und absolut umsonst gewesen, denn der Trend geht dahin, dass die Masse der Menschen eh jedes noch so kleine Detail freiwillig über sich preisgibt.
Denken Sie das einmal zuende, unter dem Ansatzpunkt den George Orwell bereits in seinem Buch "1984" beschreibt...und denken Sie vll. auch noch etwas weiter. Berücksichtigen Sie bei Ihren Gedanken die fortschreitende Globalisierung und die Debatte um das Thema "Überbevölkerung, und wie man der Bevölkerung Herr wird".
Gewinner sind Unternehmen, die sich dieses neue Gebiet als Geschäftsfeld ausgesucht haben und hier forschen und für die Wirtschaft und Industrie arbeiten. Denn das Potenzial Social Media (Web 2.0 ) ist langsam aber sicher auch hier angekommen und gewinnt immer mehr an Beachtung. Als Mitarbeiter eines der führenden Unternehmen in diesem Bereich, weiß ich wovon ich spreche.
Grundsätzlich ist die Vernetzung der gesamten Web-Gemeinde nichts schlechtes, nein, durchaus kann hier ein kommunikatorischer Mehrwert zwischen Bekanntschaften entstehen. Fakt ist allerdings, dass die meisten Facebooker auch weit über Ihren Bekannten und Freundeskreis hinaus Menschen Ihren Kontaktlisten hinzufügen.
Sogenannte Profiler wären innerhalb kürzester Zeit in der Lage all umfassende Persönlichkeitsprofile der Web-Gemeinde zu erstellen. Facebook analysiert heute unter anderem Beziehungsgeflechte und Vorlieben der Mitglieder.
Fakt ist auch, dass die Daten zum einen auf den Servern der Social Media Plattformen gespeichert werden und zum anderen erfahren die Daten durch die Indexierung der Suchmaschinen ebenfalls eine Speicherung. Einmal im Internet, immer im Internet. Nicht von ungefähr kommen öfter Diskussionen um die Sicherheit der Daten der Nutzer von Social Media auf.
Es gilt also: Erst nachdenken und dann Informationen preisgeben.
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